Krassort

Zu Besuch bei Krassort in Sassenberg

09.11.2011

Als Passant, der sich ein bisschen mit Landwirtschaft auskennt und in der Porschestraße des münsterländischen Städtchens Sassenberg  zu tun hat, mag man sich verwundert die Augen reiben - kommt man da doch an einem Betriebsgelände vorbei, auf dem zahlreiche fabrikneue QUADRANT 3200 Großpackenpressen fein säuberlich in Reih und Glied geparkt sind. Nein, ein Landmaschinenhändler kann es nicht sein, denn der hätte auch noch andere Maschinen auf dem Hof stehen. Beim Blick auf das Firmenschild kommt dann die Erleuchtung: Krassort Maschinen- und Anlagenbau GmbH – es ist das Betriebsgelände des CLAAS Kompetenzpartners, bei dem die Entwicklung, Herstellung und Montage des Strohhäckslers für die neuen QUADRANT 3200 SPECIAL CUT erfolgen.

 

Inhaber und Geschäftsführer Georg Krassort, ein gelernter Maschinenbaumeister und Maschinenbautechniker, kümmert sich in seinem Unternehmen um das Kaufmännische, den Vertrieb und die Entwicklung. Sein Bruder Ralf Krassort, ein Metallbautechniker, hingegen ist für Produktion, Auslieferung und Kundenbetreuung zuständig. 35 feste Mitarbeiter arbeiten derzeit bei Krassort, darunter 3 Azubis, und zur Hochsaison weitere zehn Zeitarbeiter. Darüber hinaus kooperiert das Unternehmen intensiv mit verschiedenen Zulieferern rund um den Unternehmensstandort zusammen.

 

Auch wenn Sassenberg nur 12 km Luftlinie vom CLAAS Stammwerk in Harsewinkel entfernt ist, wäre es falsch, die Zusammenarbeit zwischen CLAAS und Krassort auf diese räumliche Nähe zurückführen. Ausschlaggebend ist vielmehr das spezielle Krassort-Know How bei Strohhäckslern für Großpackenpressen.

 

Dazu ein kurzer Rückblick auf die Geschichte. Im Jahr 2000 machte sich Georg Krassort zunächst mit einem Dienstleistungsbüro für Entwicklungen selbständig und begann seine Arbeit mit Entwicklungsaufträgen von verschiedenen Maschinenherstellern. Daraus entwickelte sich sehr schnell ein Prototypenbau, und darauf aufbauend gründete der Unternehmer die heutige Krassort Maschinen- & Anlagenbau GmbH, um eigene Maschinen zu bauen und am Markt zu verkaufen.

 

Währenddessen spezialisierte er sich mehr und mehr auf den Agrarbereich und brachte 2007 seinen patentierten Ballentransportwagen mit hydraulisch betätigten Seitengattern für die Ladungssicherung auf den Markt. Dieses Fahrzeug wurde ein großer Erfolg, so dass Krassort heute im Bereich des ladungsgesicherten Ballentransports und auch beim Großkistentransport als führender Anbieter gilt. Gebaut werden Fahrzeuge in den unterschiedlichsten Ausführungen, bis hin zu LKW-Aufbauten und  Anhängern mit Autobahnzulassung. Bei vielen Lohnunternehmern hat sich Krassort außerdem mit Gülle-Feldrandcontainern und Frontladeranbaugeräten einen guten Namen gemacht.

 

2008 begann Georg Krassort dann, Strohhäcksler für Großpackenpressen zu bauen - zunächst für Gebrauchtmaschinen der verschiedensten Fabrikate. In diesem Bereich kam ihm das Spezial-Know How aus seiner Tätigkeit vor der Selbständigkeit zu Gute, denn da hatte er sich intensiv mit technischen Lösungen für das energiesparende Häckseln von Pflanzenmaterialen beschäftigt.

 

Ende 2009 startete die Kooperation mit CLAAS, und Krassort entwickelte den SPECIAL CUT Strohhäcksler für die QUADRANT 3200 - optimiert im Hinblick auf den Gutfluss, den Kraftbedarf und die Reduzierung der Staubentwicklung. Auch die Produktion und Montage des SPECIAL CUT Strohhäckslers erfolgt seither in Sassendorf.

Im Trends-Interview erklärten uns die Brüder Georg und Ralf Krassort u.a., welche Vorzüge die QUADRANT 3200 SPECIAL CUT im praktischen Einsatz zu bieten hat.

 

Trends:

Wie sind Sie seinerzeit auf die Idee gekommen, sich auf Häcksler für Großpackenpressen zu spezialisieren?

Ralf Krassort:

Zunächst mal kommen wir beide aus der Landtechnik und sehen deshalb sehr schnell, wo der Schuh drückt. Und durch den Kontakt mit unseren Kunden im Bereich Ballenladewagen haben wir gemerkt, dass es bei der Kurzstroherzeugung eine Marktlücke gab.

Georg Krassort:

Da ich mich vor meiner Selbständigkeit sehr stark mit dem Schneiden und Häckseln von Pflanzen beschäftigt habe, lag es nahe, dass wir diese Kundenwünsche aufgreifen.

 

Trends:

Warum baut Krassort, und nicht CLAAS, den SPECIAL CUT Häcksler?

Georg Krassort:

Wir haben bereits sehr viel Know How in diesem Bereich. Das möchte CLAAS für seine Kunden nutzen, und so wurden wir mit der Entwicklung, Produktion und Montage beauftragt. Natürlich pflegen wir dabei eine gute Zusammenarbeit mit CLAAS  – sozusagen den kurzen Dienstweg -, was dazu geführt hat, dass wir den Häcksler optimal auf die QUADRANT 3200 abstimmen konnten. Presse und Häcksler sind jetzt ein Gesamtpaket, das derzeit am Markt unschlagbar sein dürfte.

 

Trends:

Warum ist dieses Gesamtpaket unschlagbar?

Ralf Krassort:

Zum einen ist es der kraftsparende Schnitt, zum zweiten die geringe Staubentwicklung. Und drittens sorgen wir dafür, dass das, was dennoch an Staub entsteht, sich nicht in oder auf der Presse ablagern kann.

 

Trends:

Was heißt das denn: Kraftsparender Schnitt?

Georg Krassort:

Mit der spiralförmigen Anordnung der Messer erzeugen wir einen besonders gleichmäßigen Gutfluss; dadurch entstehen relativ dünne Schichten, die sich kraftsparender häckseln lassen. Die Messerspirale saugt das Stroh außerdem stärker an, so dass der Häcksler auf 25 cm Höhe über dem Boden gefahren werden kann. Die Gefahr, dass Messer an Steine schlagen und brechen, ist dadurch deutlich geringer als bei anderen Systemen.

Ralf Krassort:

Der ziehende Schnitt entlang der eingeschwenkten Gegenschneiden reduziert den Kraftbedarf zusätzlich, und zugleich stellen wir dadurch eine optimale Häckselqualität sicher. Hinzu kommt, dass das Stroh erst dann auf die Gegenschneiden trifft, wenn der Gutfluss maximal beschleunigt ist, was den Kraftbedarf ebenfalls verringert.

 

Trends:

Mit welchen Maßnahmen verringern Sie die Staubentwicklung?

Ralf Krassort:

Ebenfalls durch den optimierten Gutstrom. Staub, der gar nicht erst entsteht, muss nicht entfernt werden, und den Staub, der trotzdem noch entsteht, haben wir im Griff.

Georg Krassort:

Bei vielen anderen Systemen prallt das gehäckselte Stroh zunächst einmal vor die Pick up und wird dort abrupt abgestoppt. Dabei entsteht viel Staub, der vom Schwungrad angesaugt und in die Luft gepustet wird.

 

Der SPECIAL CUT Häcksler hingegen übergibt das geschnittene Stroh kontinuierlich und genau in den Freiraum zwischen Pick Up und PFS-Förderschnecke an die Presse, so dass der Gutfluss nicht unterbrochen wird. Die Schnecke, die einzigartig bei der CLAAS QUADRANT ist, zieht das Material kontinuierlich zur Mitte hin und fördert es in den Rotor. Diese aktive Förderung ist gleichzeitig sehr wichtig, wenn man hohe Fahrgeschwindigkeiten und viel Durchsatz fahren will. Da zudem der Abstand vom Häcksler zur Pickup nur kurz ist, vermeiden wir Rieselverluste zwischen Häcksler und Presse.

 

Mit seiner hohen Umfangsgeschwindigkeit wirkt das Schwungrad einer Großpackenpresse ähnlich wie ein Ventilator. Es saugt das Kurzstroh und den Staub an und bläst das Material nach oben weg. Damit das nicht passiert, haben wir alle kritischen Stellen mit Tüchern und Leitblechen verkleidet.

 

Trends:

Dennoch dürfte mit dem SPECIAL CUT Strohhäcksler mehr Staub entstehen als bei einer Presse ohne Häcksler?

Ralf Krassort:

Das stimmt, aber überall da, wo sich trotzdem noch Material ablagert, setzen wir aktive Luftdüsen ein, um es wegzublasen. So kann es auch nicht mehr zu Komplikationen im Knoterbereich kommen, was bei Häckselpressen bisher ein Problem war. Die Luftreinigung haben wir mittlerweile sogar bis zur Komplettreinigung der Maschine verfeinert und bieten dies als weitere Option für die Fälle an, wo die Maschine auch im Straßenverkehr absolut sauber unterwegs sein muss.

 

Trends:

Welche Erfahrungen liegen im Hinblick auf den Messerverschleiß vor?

Georg Krassort:

Wir hatten im letzten Jahr Kunden, die haben 5000 Ballen mit einem Messersatz geschafft, ohne die Messer zu drehen. Bei einem Kunden haben wir aber auch gesehen, dass die Messer nach 1500 Ballen getauscht werden mussten. Das war aber kein normaler Verschleiß. Der Grund war vielmehr, dass zuvor zwei oder drei Schwaden auf einen Schwad zusammengelegt worden waren, wobei der Schwader zu tief durch den Boden gelaufen war, entsprechend Steine aufgenommen und im Schwad abgelegt hatte. Man sollte also auf keinen Fall zu stramm schwaden. Steine, die am Boden liegen, lässt der Häcksler jedoch auf jeden Fall liegen, da wir ja in 25 cm Höhe über dem Boden arbeiten.

 

Trends:

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Pressebericht als PDF | 825 KB

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